Wahlkampfjahr – Krisenjahr und politisches Chaos
01.06.09
Der Bürger wird allein gelassen mit seinen Sorgen!
Bei den negativen Ereignissen der letzten Wochen könnte man gleich ein ganzes Buch verfassen. Es kann nicht sein, dass man schweigt. Gerade Themen, wo man selber etwas verändern kann, müssen behandelt werden.
Nun ja, es ist schon bezeichnend, was hier auf den einfachen Bürger zukommt. Aber man darf sich auch nicht wundern, denn wer selbst nicht aktiv handelt und abwartet, dass es andere tun, kann auch nicht erwarten, dass sich Abläufe in eine positive Richtung lenken lassen.
Hier fällt mir jenes Zitat von Platon ein:
“Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren werden dadurch bestraft werden, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.”
Persönlich möchte ich es einmal anders ausdrücken. Jenes Volk, welches es verlernt hat, als ehrliche und solidarische Gemeinschaft zu handeln, kann nicht erwarten, dass Sie von Politikern in eine positive Zukunft “gebracht” werden!
Die Jahre des Wirtschaftswunders sind lange vorbei, und das Volk in Deutschland muss endlich aus dem Märchenschlaf erwachen. Firmen wandern ab aus Deutschland, viele Unternehmen schließen, und jeden Tag werden es mehr Arbeitslose, bzw. Zeitarbeiter. Die Regierung macht scheinbare “Fehler” auf Kosten des Bürgers, um “Milliardenkonzerne” zu retten, während der einfache Arbeiter und der Kleinunternehmer nicht mehr wissen, wie sie den nächsten Tag überstehen sollen. Hier gibt es rein gar nichts an irgendwelchen Aussagen zu revidieren, welche unseren hohen Herren von sich geben, hier muss gehandelt werden und zwar aus der Mitte des Volkes. Auch jene die noch in ihrer “Scheinexistenz” existieren können, sollten sich im Klaren darüber sein, dass es morgen auch sie treffen kann. Auch Bundespräsident Köhler hat es erkannt, dass Solidarität nicht Mitlied bedeutet, sondern Selbsthilfe. Der normale Bürger hingegen kritisiert sich noch immer gegenseitig und steht sich selber im Weg. Da läuft ein Siggi Kurtz (siehe Bürgerstimme Teil 9), für soziale Gerechtigkeit nach Berlin und bekommt gerade mal 2.000 Unterschriften zusammen und wird noch kritisiert. Es mag jedem selber überlassen sein, was er von solchen Aktionen hält, aber er hat den Anfang gemacht und einen harten Weg auf sich genommen. Solidarisch für das Volk! Also für jeden Bürger. Persönliche Interessen haben hier nichts zu suchen, sondern der solidarische Wille, etwas als Gemeinschaft zu verändern! Viel zu lange leben wir schon einer sach- und statusorientierten Gesellschaft, in welcher Lügen mehr zählen, als zu seinem wirklichen Ich zu stehen.
Es ist verständlich, dass jeder Bürger sich im Stich gelassen fühlt von unserer Politik. Doch kaum ein Mensch erkennt, dass auch er benutzt wird, als Wahlkampfobjekt. Da stehen nun in einem Krisenjahr die Bundestagswahlen vor der Haustür. Ganz nach gewohnter Manier machen etablierte Parteien menschlich wirkenden Wahlkampf. Dabei ist der “kleine Bürger” aber nur Mittel zum Zweck. Man puscht die Wirtschaft wieder etwas nach oben und macht Versprechungen, welche nicht realisierbar sind. Man nutzt die “Hilflosigkeit” der Gesellschaft aus, denn es gibt keine Alternative. Weder “rechts” noch “links” noch in der Mitte gibt es ein wirkliches Potenzial, um positive Veränderungen in der Politik durch eine Wahl zu erwirken. Nun, wenn man keine Alternative hat, muss man als Volk eine erarbeiten. Welche Alternativen hatten wir zum Kriegsende?!? Keine. Alles musste aufgebaut werden. Man kann aber nicht erwarten, dass ein und dasselbe Konzept nun bis in alle Ewigkeit funktioniert. Seit Kriegsende verlässt der Bürger sich auf die gleichen herrschenden Mächte. Es liegt in der Natur der Sache, dass Macht missbraucht wird, wenn man immer auf dieselben “Herrschaften” vertraut. Gerade in der Politik müssen viele Erneuerungen erarbeitet werden. Man muss mit der Zeit gehen und das haben viele nicht getan. Brot und Spiele haben unsere einst so starke Solidargemeinschaft zerstört und den Ehrgeiz ins Koma befördert.
Wie viele von Ihnen erkennen sich noch wieder im Spiegel? Wann haben Sie das letzte mal in einer Runde gemeinsam etwas besprochen, was man besser machen kann, in dieser Gesellschaft? Wann haben Sie an solchen Konzepten gearbeitet? Haben Sie mal auf Ihren Stammtisch verzichtet und an Bürgeraktionen teilgenommen?
Es muss nicht viel sein, was man tut. Aber jeder Bürger sollte nach seinen Fähigkeiten selber daran mitwirken, dass unsere Politik wieder menschlicher wird und unsere Kinder wieder in eine vernünftige Perspektive blicken können.
In diesem Jahr sind wieder Bundestagswahlen und Sie haben die Möglichkeit wirklich etwas zu verändern. Schauen Sie nicht zu, wie andere Sie als Werkzeug benutzen und handeln Sie selber. Es kann auch Freude bereiten, in einer ehrlichen Gemeinschaft, als Einheit, an neue Ziele zu arbeiten.



















