Das Spiel um die Milliarden
01.06.09
Viele neue Schlagzeilen bezüglich unserer Wirtschaft waren in der Presse zu finden, aber keine positive Handlung unserer Politiker ist bis heute in Sicht. Keine Lösung und kein Konzept gibt es von Seiten der Politik. Man setzt die Existenz des einfachen Bürgers aufs Spiel, um evtl. aus der Krise zu kommen.
Manchmal fragt man sich als Publizist, ob es überhaupt noch einen Sinn hat, solche Zeilen zu verfassen. Finden sich doch meist nur vereinzelte Idealisten wieder, welche sich trauen, etwas zu unternehmen und ein eigenes, menschliches Konzept auf die Beine zu stellen! Etwas zu hinterfragen ist mit Ehrgeiz verbunden und genau jene Tugenden sind es, welche in der heutigen Gesellschaft kaum noch von Bedeutung sind. Bei einer solchen Entwicklung kann ich aber nicht schweigen und so hoffe ich, dass diese Zeilen einige zum nachdenken anregen werden.
Seit Monaten ist die Rede von der großen Finanzkrise und das Kapital in Milliardenhöhe von A nach B geschoben wird, um die Finanzkrise zu mildern. Nur wenige merken, wie schlimm es dadurch wirklich wird. Aber fangen wir mal ganz am Anfang an und arbeiten uns Schritt für Schritt nach vorne. Die Börse ging in den Keller, Großunternehmen mussten Konkurs anmelden und Staatsgelder (Gelder des einfachen Volkes) wurden dazu verwendet, um Großunternehmer wieder auf die Beine zu helfen. Da muss doch gewaltig etwas schief laufen, haben sich bestimmt viele Bürger gedacht, und damit haben Sie auch Recht. Aus eigener Schuld und Unfähigkeit heraus hat sich das Wirtschaftssystem seit Jahren in Irrwege verrannt, welche man nun nicht über Nacht korrigieren kann. Es wurde normal, dass Staat und Bevölkerung sich verschulden, denn irgendwann können wir es ja zurückzahlen. Doch wie soll man etwas ausgleichen, wenn von der einfachen Hausfrau bis zum hohen Arzt jeder nur noch auf Schulden lebt. Der Wahn und die Leichtigkeit, vor einigen Jahren an Kredite zu kommen, hat unsere Gesellschaft faul und träge werden lassen, und nun kommt das böse Erwachen. Wer nicht handelt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt. Es wird schwer gemacht, obwohl es ganz einfach ist. Um das Geld wohlhabender Millionäre zu retten, schiebt man Milliarden aus der Reserve des Volkes hin und her, um wohlhabende Menschen nicht zu verärgern. Jene Reserve, die eigentlich nicht mehr vorhanden ist und die das Volk erarbeitet hat. Sind diese einmal aufgebraucht, dann kündigt man den großen Fall an und hat doch nichts erreicht. Wenn man dieses Geld jedoch in neue Kleinexistenzen investiert, erreicht man viel mehr. Man stärkt jene Basis, das Volk, von welchem alles abhängig ist. Ein einfacher Arbeiter, ein Kleinunternehmer oder ein gesundes Mittelstandsunternehmen tragen zum gesunden Wirtschaftskreislauf bei. Man muss das Geld gleichmäßig auf allen Ebenen verteilen und die Vielfalt aufbauen. Dass man sich nur auf die Vergrößerung bereits großer Gesellschaften konzentriert, war ein großer Fehler. Das Volk fühlt sich ausgebeutet und im Stich gelassen. Dadurch wird zusätzlich noch das Gesellschaftsklima gestört und positive Produktivität eines jeden Einzelnen blockiert. Persönlich kenne ich vielleicht 20 Unternehmer, welche sich eine neue Existenz aufbauen wollen und vom Staat keine Chance dazu erhalten. Jene Unternehmer sind es aber, die die Wirtschaft wieder stärken würden und einen gesunden Kreislauf herstellen. Ein Großunternehmer kann ohne den Mittelstand nicht leben und der Mittelstand nicht ohne Kleinunternehmer. Alles ist aufgebaut auf Großkonzerne, und das kann eine Gesellschaft zerstören.
Der kleine Bäcker von nebenan, der KFZ Mechaniker mit dem ich über den letzten Grillabend reden kann, ein Erfinder der eine neue revolutionäre Erfindung auf den Markt bringen will, welche unsere Umwelt schont. Das ist es, was unsere Wirtschaftsnation nach oben gebracht hat und nicht überall nur große Supermärkte etc. Jeder will mehr verdienen, aber keiner will den anderen verdienen lassen. Geiz ist geil, macht alles kaputt, was man sich über Jahre aufgebaut hat. Vielleicht zahle ich z.B. bei einem kleinen EDV Händler etwas mehr als bei einem Supermarkt, aber ich bekomme einen vernünftigen Service, Menschlichkeit und Qualität. Dort sind Sie als Kunde noch wer. Aber was sind Sie schon für einen großen Supermarkt?!? Ein zahlendes Schaf, welches den Umsatz nach oben treibt.
Wir alle sind uns so fremd geworden und deswegen werden wir auch eine weitere Talfahrt ansteuern. Egoismus, Neid, Gewalt und Hilflosigkeit prägen die moderne Gesellschaft von heute. Was ist aus uns geworden? Heute ist es schick andere zu kritisieren, anstatt sich gemeinsam zu unterstützen und nach einer Lösung zu suchen. Solidarität und Volkseinsatz scheinen eine reine Utopie geworden zu sein. Man funktioniert und handelt, wie man handeln soll. Es ist wie es ist, das Schicksal kann man nicht ändern. Vielleicht aber kann man es beeinflussen. Eine starke Gemeinschaft erreicht mehr, als eine Masse voller Einzelkämpfer.
Jeder für sich und doch gemeinsam. Gemeinsam und doch jeder für sich. Jene Sätze habe ich von einer guten Freundin gehört und genau so muss man eine Gesellschaft wieder aufbauen. Ja, es kommt nicht auf die Politiker an, sondern auf uns. Wir haben Sie gewählt, aber Sie entscheiden nicht über unser Leben!
Wer die Wahrheit verschweigt, handelt mit der Lüge welche Ihm auferlegt wurde!
